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Verordnete Schizophrenie - Eine Frau kämpft um Gerechtigkeit

Zu allererst eine gute Nachricht:

Tanja hat endlich die Zusage für Prozeßkostenübernahme!



Was ist passiert?

Seit einer Medikamentenumstellung im psychiatrischen Krankenhaus Siegen-Weidenau leidet Tanja Afflerbach unter extremer Lichtempfindlichkeit mit starken Nervenschmerzen am ganzen Körper.

Tanja

Tanja muss aufgrund ihrer extremen Lichtempfindlichkeit ständig eine spezielle Schutzbrille tragen und regelmäßig stärkste Schmerzmedikamente nehmen.

Die behandelnden Ärzte bestritten damals und auch heute jeden Zusammenhang zwischen Schmerzen und ihrer Behandlung mit Medikamenten. Dies hatte zur Folge, dass monatelang keine Schmerzbehandlung stattfand. Man unterstellte, die Schmerzen seien eingebildet, projeziert oder simuliert, was eine entwürdigende Odyssee durch ein gutes Dutzend Arztpraxen auslöste.

Erst ein halbes Jahr später fand sich ein unvoreingenommener Arzt, der sofort eine intensive Schmerzbehandlung einleitete. Diese dauert bis heute an.

Versuche, die neurologischen Ursachen zu klären, wurden von den aufgesuchten Fachärzten abgelehnt. “Begründung” war die psychiatrische Vorgeschichte.

Als Folge der Schädigung kann Tanja Afflerbach weder arbeiten noch studieren und ist auf Sozialhilfe angewiesen. Die ständigen schweren Schmerzen und die deswegen notwendigen Behandlungen bestimmen den Tagesablauf. Ein Ende der Schmerzen ist nicht in Sicht.



Warum klagt Tanja Afflerbach?

Nach unserem Rechtssystem muss, wer einen anderen absichtlich oder unabsichtlich schädigt, für die Folgen dieses Schadens haften. Jeder Arzt und jedes Krankenhaus hat eine Berufs-Haftpflicht-Versicherung. Anders als bei KFZ-Unfällen ist die Schadensregulierung im Medizinbetrieb aber alles Andere als einfach. Selbst bei völlig offensichtlichen Fehlern müssen die Geschädigten jahrelang prozessieren, meistens mit negativem Ergebnis.

Medizin-Geschädigte haben es schwer zu ihrem Recht zu kommen; für Psychiatrie-Geschädigte ist es fast aussichtslos.

Tanja Afflerbach bringt den Mut auf, es aus zwei Gründen trotzdem zu versuchen:

  1. Schadensersatz und Schmerzensgeld
  2. Andere vor den Gefahren der Psychiatrie warnen


Psychiatrische Vorgeschichte

Wie so viele Menschen geriet Tanja Afflerbach in Folge eines ganz normalen Lebensereignisses in die Mühlen der Psychiatrie. In ihrem Falle führte ein nicht erkannter Schockzustand nach einem Autounfall zur Behandlung mit Neuroleptika. Das sind schwere/starke Psychopharmaka, die eigentlich zur Behandlung von Psychosen dienen und selbst bei dieser Indikation umstritten sind.

Diese Neuroleptika-Behandlung löste nach und nach eine Reihe schwerster psychiatrischer Symptome aus, die wiederum als Grund für weiterer Psychopharmaka-Behandlungen herangezogen wurden. Die Erfolglosigkeit der “Therapie” löste bei den Behandlern keinerlei Zweifel an der Richtigkeit ihres Tuns aus.

Diesem Teufelskreis konnte Tanja Afflerbach erst nach über 10 Jahren wieder entkommen. Ihre Zweifel führten zum Wunsch die Psychopharmaka abzusetzen. Anstatt diesem Wunsch zu entsprechen, wurde nach langen, zähen Verhandlungen auf ein anderes Neuroleptikum umgestellt. Leider mit den oben beschriebenen, fatalen Folgen.

Seit dieser Zeit nimmt Tanja Afflerbach keine Neuroleptika mehr und ist trotz der Schmerzen frei von psychiatrischen Symptomen.



Stand der Prozess-Vorbereitungen

Tanja Afflerbach wird durch die Rechtsanwältin Frau Katharina Batz aus Kreuztal vertreten. Die Klageschrift ist in Vorbereitung und wird noch dieses Jahr eingereicht. Vorher wird ein Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt. Für den Prozess werden ein psychiatrisches und ein neurologisches Gutachten benötigt. Ein psychiatrisches Gutachten von Dr. Piet Westdijk aus Basel liegt dem Gericht mitlerweile vor. Im Gutachten wird bestätigt, dass die jahrelange medikamentöse psychiatrische Behandlung die heutige Schädigung verursacht hat. Außerdem wird bestätigt, dass jahrelang falsch diagnostiziert wurde. Es handelte sich nach dem Unfall "nicht um eine beginnende Psychose, sondern um eine akute Belastungsreaktion". Wir sind auf der Suche nach weiteren möglichen Gutachtern.

Batz

Anwältin K. Batz setzt sich engagiert für die Zukunft ihrer Mandantin ein.



Wie können Sie uns unterstützen?

Diese Klage wird unterstützt vom Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (Schirmherrin Andrea Fischer) und vom Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW. Jede Art weiterer Hilfe ist dringend nötig. Wir suchen weitere Organisationen und Einzelpersonen, die das Projekt unterstützen durch:

Steuerabzugsfähige Spenden erbeten unter:

Kontonummer: 83 749 000
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft Essen
BLZ: 370 20 500
Stichwort: Verordnete Schizophrenie
Inhaber: Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW.

Matthias Seibt, Psychopharmaka-Berater des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener e.V., kennt aus seiner Beratungstätigkeit zahlreiche Geschädigte.



Wer ist Tanja Afflerbach?

Tanja wurde 1969 in Siegen geboren.
Von 1990 - 1995 studierte sie in Siegen Kunst und Pädagogik für das Lehramt in den Sekundarstufen I und II. Aufgrund der psychiatrischen Behandlungen musste sie ihr Studium kurz vor dem ersten Staatsexamen abbrechen. Seitdem lebt sie von Sozialhilfe. Gerne würde sie, wenn sie gesund wäre, als freie Künstlerin und Kunstpädagogin ihren Lebensunterhalt verdienen. Ob sie jedoch jemals wieder schmerzfrei sein wird, ist ungewiss.
Ganz aufgehört hat sie jedoch nie, sich künstlerisch auszudrücken. So kann man ihre Arbeiten hin und wieder in kleineren Ausstellungen in und um Siegen sehen.



Wie nehmen Sie Kontakt auf?

Psychopharmaka-Beratung des BPE
Wittener Str. 87
44 789 Bochum
0234 / 640 5102

matthias.seibt@psychiatrie-erfahrene-nrw.de

t.afflerbach@gmx.de





Stand: Januar 2008


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